Hören wir doch auf, uns selbst aufzuhalten!

Veränderungen spüren wir oft nur ungefähr, ahnen sie verschwommen, bevor sie uns wirklich bewusst werden. Wir verändern uns, und manches davon vollzieht sich im Stillen, Schritt für Schritt. Aufmerksam werden wir oft dann, wenn wir in bestimmten Situationen das Gefühl haben, dass etwas zwickt, kneift oder drückt. Der bislang gern getragene „Anzug“ sitzt nicht mehr.

 

Vielleicht bemerken wir auch dann erst, dass wir ihn schon eine ganze Weile lang bloß aus Gewohnheit tragen. Weil wir schon eine Weile vor lauter Alltagstrubel und Eingebundensein nicht mehr in den Spiegel geschaut haben und gar nicht wissen, was uns besser passen könnte. Was stattdessen noch möglich, und ja – tragbar – sein könnte.

 

Und wenn wir merken, dass wir uns verändern, neigen wir interessanterweise häufig erst einmal dazu, den Fehler (!) bei uns zu suchen. Wir halten die Luft an, damit die Hose wieder passt, wir ziehen den Bauch ein oder die Schultern und machen uns klein, damit ja niemand bemerkt, dass wir „plötzlich“ gewachsen sind. Wir ringen mit uns selbst. Doch warum?

 

Ich halte Erfolg durch Anpassung für eine kollektive Illusion – denn wem bitte ist damit geholfen? Welche zwei (oder mehr) Seiten auch immer davon betroffen sind, wenn wir uns so verhalten… um nur ja niemandem auf die Füße zu treten, jemanden vor den Kopf zu stoßen oder gar in „ewiger“ Harmonie vereint zu bleiben. Sorry, es funktioniert nicht.

 

Und das ist auch gut so. Denn Leben ist Veränderung, Leben ist Wachstum. Es liegt in unserer Verantwortung und Macht, unser Leben so zu gestalten, dass es uns entspricht. Dass wir uns darin wahrhaftig zuhause fühlen und vor allem selbstbestimmt. Das bedeutet auch, dass wir lernen, uns SEIN zu lassen. So wie wir sind, und so, wie wir werden. Immer wieder aufs Neue. 

 

Und dann gehen Entscheidungen, die wir treffen, und die andere Menschen als mutig empfinden mögen, vor allem mit einem inneren Gefühl einher, dem eigenen Lebenspfad zu folgen. Einem Gefühl des An-Erkennens wer ich wirklich bin. Wenn wir das tun, entstehen in uns eine große Kraft und Zuversicht, die uns unaufhaltsam werden lassen. Denn wenn wir uns selbst nicht mehr im Weg stehen... ist der Weg plötzlich frei.