Bildung heißt Individualität wagen

 

In jedem von uns liegen unendliche Möglichkeiten verborgen.

 

Möglichkeiten, tätig zu werden, wirksam zu werden und zu gestalten. Mehr denn je haben wir heute die Gelegenheiten, unsere Talente und Gaben in die Welt zu bringen. Mehr als jemals zuvor können wir uns mit anderen Menschen verbinden, vernetzen, unsere Interessen und unser Wissen teilen – oder sie für unsere Ideen begeistern.

 

Das verdanken wir unter anderem jenen technischen und technologischen Entwicklungen, die uns die entsprechenden Zugänge und Verbindungen erlauben. Einher geht damit aber auch die Erkenntnis, dass die umfassenden Herausforderungen künftig nur gemeinsam zu lösen sein werden.

 

Ein Thema, das mich in diesem Kontext beschäftigt, ist: Legen unsere bisherigen Bildungswege den Fokus auf die zunehmende Individualität der heranwachsenden Kinder und Jugendlichen und erkennen und fördern sie tatsächlich künftig benötigte Kompetenzen?

 

Werden sie dem, was die Zukunft an komplexen, immer weniger planbaren (und kaum mit den herkömmlichen Methoden

lösbaren) Herausforderungen an uns stellen wird, gerecht? Oder orientieren sie sich im Grunde noch an einer (Berufs-)Welt, die durch fundamentale Veränderungen ohnehin zutiefst im Wandel begriffen ist.

 

Erkennen sie die Bedeutung der zutiefst menschlichen Eigenschaften, wenn es darum geht, sich selbst-bewusst in einer

immer komplexeren Welt zu orientieren und verantwortungsvoll agieren zu können?

 

In meiner Arbeit erlebe ich, dass ungleich wichtiger als reines Faktenwissen, dessen Reproduzierbarkeit sowie das Übertragen in die eigene Lebenswelt,  folgende Aspekte werden: 

  • das Verstehen vielschichtiger Zusammenhänge, der Blick fürs große Ganze und auch das Erkennen und Erschaffen bislang nicht bekannter Verbindungen
  • eine neue Kreativität im Verbinden des bisher Gewussten und das Erweitern zu einem größeren Zusammenhang
  • eine neue Menschlichkeit – oder vielmehr eine Rückbesinnung auf die universellen Aspekte, die uns Menschen verbinden
  • ein Wissen um gelingende Lebensführung

Fragen, die dabei helfen, und mit denen wir uns (altersgerecht aufbereitet) für mein Empfinden nicht früh genug beschäftigen können, sind: Was macht mich im Innersten aus? Welche Werte sind mir wichtig? Was bedeutet gutes Leben für mich wirklich?

 

Um die individuellen Antworten auf diese Fragen zu finden, braucht es Bedingungen des Gelingens. Inneres Erleben. Freiräume. Pausen und Reflexionszeiten. Und Menschen, die diese Entwicklung ermöglichen, weil sie an die vielfältigen Potenziale, individuellen Bestimmungen und an Chancenreichtum glauben.

 

Die Beschäftigung mit unserem facettenreichen Innenleben birgt einen weiteren Vorteil: Wenn wir uns selbst besser verstehen, verstehen wir auch unser Gegenüber auf eine neue Weise, agieren und reagieren stimmiger. Wenn wir aus diesem wachsenden Selbstverständnis und -bewusstsein für uns auch andere vor allem ihre Stärken sehen und an-erkennen können, eröffnen sich neue Potenziale im Zusammenwirken.

 

Das Erweitern der emotionalen Intelligenz, das klare Fokussieren sowie mehr Bewusstsein für die eigenen Stärken und die

der anderen – all das liegt in der Fähigkeit, ganz im Jetzt zu sein. Wenn wir uns in Mit-Gefühl üben, wächst in uns auch der Wunsch, einen Beitrag zum großen Ganzen zu leisten, etwas zu schaffen, das über uns hinaus reicht. Wir ergreifen neue Möglichkeiten und übernehmen Verantwortung, weil wir instinktiv spüren, dass wir miteinander verbunden sind.

 

 

Die Herausforderungen unserer Zeit erfordern ein neues Bewusstsein und neue Kompetenzen –

sowohl im privaten als auch im beruflichen Zusammenhang.

Mehr dazu auf www.birgitbrauburger.de