Inspiration für die Seele: Unser Leben folgt seinem ganz eigenen Rhythmus

 

 

Es gibt vieles, über das zu schreiben schwer ist –

weil es nahezu unsichtbar ist.

 

Dieses Unsichtbare prägt unser Leben mehr, als wir wissen, als uns bewusst ist - als wir es wahr-nehmen.

Es sind Gesetzmäßigkeiten des Lebens, die seit Urzeiten wirken – die wir im 21. Jahrhundert jedoch immer seltener im Blick haben.  

In den kommenden Wochen möchte ich einige dieser "Prinzipien" beschreiben. Die Texte wollen inspirieren und ermutigen, das Leben vielschichtiger zu betrachten. Sie sind vor allem eine Einladung an die Seele, sie sich zu vergegenwärtigen - denn im tiefen Inneren wissen wir um sie. 

 

Rhythmus

Unser Herz schlägt in seinem ganz eigenen Rhythmus. Von Beginn an. Und es kann schon mal aus dem Takt geraten, wenn wir nicht unserem eigenen Gleichmaß folgen.

 

Doch wie klingt er, dieser ur-eigene Rhythmus? Wissen wir, was wir wirklich brauchen, um in Harmonie zu sein, oder überwiegen die Dissonanzen, schiefen Töne und Aussetzer? Spüren wir uns noch, in all dem Lärmen und Rauschen und Getrieben-Sein, das im Außen herrscht?

 

Die vielfältigen großen und kleinen Rhythmen, die wir in der Natur erleben – vom Tageslauf über die Jahreszeiten, bis hin zu den organischen Rhythmen, die uns häufig nicht einmal mehr bewusst sind… Sie betten uns ein, in einen größeren Zusammenhang, in

einen gesunden Wechsel von Anspannung und Entspannung, von Wachsen und Vergehen, von Tun und Sein.

 

Wie kraftvoll und lebendig fühlen wir uns, wenn wir in unserem ganz eigenen Rhythmus sein können.

 

Wenn wir uns sein lassen können, mit unserem inneren Wunsch nach Ausdruck und Rückzug, die wir in unterschiedlichen Phasen

(eines Tages, eines Jahres, aber auch eines ganzen Lebens) verspüren, und so leben können – welch ein Glück! Wenn wir uns mit der Natur verbinden, uns auf sie einlassen und in der intensiven Begegnung ihren Rhythmus wieder spüren, wahrnehmen, wie er unsere eigene Natur prägt – dann können wir uns öffnen für das, was wir sehen, riechen und hören und ganz im Moment sein. Einen Schritt zurücktreten. Durchatmen. Zu uns kommen.

 

Schließlich folgt auch unsere persönliche Entwicklung ihrem ganz eigenen Rhythmus. Es gibt nichts zu beschleunigen, zu erzwingen

oder gar zu erkämpfen – denn alles hat seine Zeit. Das zu erlauben, fällt in unserer durchorganisierten, strukturierten und überaus rationalen sowie auf Effizienz getrimmten Welt immer schwerer – doch umso mehr stoßen wir an die Grenzen unserer körperlichen

und seelischen Kraft, nehmen uns mehr denn je als fremdbestimmt wahr, statt uns unserer gestalterischen Möglichkeiten und dem,

was in uns liegt, wirklich bewusst zu sein.

 

Die Zeit ist reif.

 

Wie viel Ruhe in diesem Satz anklingt! Und welches Vertrauen und welche Gewissheit, dass die Gestaltung unseres Lebens eben ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt. Seit jeher. Hingegen haben Eingriffe und Beeinflussungen zur vermeintlichen Optimierung nicht nur unerwünschte Nebenwirkungen, sondern immer häufiger auch solche Auswirkungen, die für unangenehme Überraschungen sorgen. Zumindest dann, wenn es an Weitblick fehlt.

 

Wächst das Gras schneller, wenn wir daran ziehen? Lassen sich Äpfel vom Baum schütteln, solange sie noch fest mit den Ästen

verbunden sind? Gräbt ein Landwirt die noch wachsenden Kartoffeln jeden Tag aufs Neue aus, um zu sehen, wie weit sie nun sind…

Oder lässt er sie reifen, weil er die Zeichen lesen kann, die ihm sagen, dass es an der Zeit ist, sie zu ernten?

 

Rhythmus bedeutet, im Fluss zu sein. In natürlichen Bewegungen durchs Leben zu gehen. Und auch zu spüren, was gerade „dran“

und wichtig für uns ist. Und was eben nicht.

 

Uns geschehen lassen, am Leben wirklich teilzuhaben, statt zu beobachten und zu analysieren und dem Verstand Fragen aufzugeben,

auf die unser Herz die Antwort meist schon kennt, genau das macht uns als Menschen aus. Wenn wir uns sein lassen, dann leben wir

den und im Moment, dehnen unsere Präsenz ganz auf das Hier und Jetzt aus und erleben einen neuen Zugang zu uns selbst.

 

Unsere eigene Individualität (wieder) zu erschließen, den ureigenen Rhythmus wiederzufinden, die wir als Kinder nur zu gut kannten, bevor die Erinnerung an unsere eigene Natur zunehmend verblasste – ganz gleich, welche Gründe es dafür gab (und immer noch gibt) – braucht Zeit und Raum.

 

Doch wenn wir in Einklang mit uns und unserer wahren Natur kommen, ordnen sich die Dinge und fließen mit neuer Leichtigkeit.