Was soll bloß aus mir werden - ich bin doch schon!

Wenn ich jetzt sage, das ist eine gute Frage... Dann bloß, weil sie sich hervorragend auseinandernehmen lässt. Oder ad absurdum führen. Stefan Hiene (auf jeden Fall einen Blick wert) hat kürzlich einen Instagram-Post dazu veröffentlicht - und mir aus dem Herzen gesprochen. 

 

Wie oft stellen wir uns diese Frage? Und verkennen dabei, dass wir längst sind.

Das, was uns von Kindesbeinen an nahe gelegt wurde (leider oft optionslos und alles andere als wahlfrei), war etwas anderes. Und wirkt bei uns Erwachsenen und den etablierten Strukturen noch mächtig nach.

 

Wir befinden uns in einem fortwährenden Strudel und Trubel des "noch mehr" machen, erreichen und absolviert haben Müssens, um endlich ein Ziel zu erreichen. Für ein erfolgreiches Leben - doch, stopp! Wer bitte definiert eigentlich DAS in unserer so vielschichtigen Welt, für jeden Einzelnen? Was meint Erfolg und wann stellen wir uns die Frage nach dem, was für uns gelingendes Leben eigentlich ausmacht? Und erkennen, dass es so viele Versionen, Visionen und eben Definitionen gibt, wie Menschen. Wann sehen wir ein, dass wir auf diesem Weg noch viel stärker miteinander verbunden sind, als wir es uns bisher vorstellen können?

 

Stattdessen geht es um die maximale Selbstoptimierung oder gar die perfekteste Version unseres Selbst. Ja, in diesem Wahn-Sinn gibt es sogar noch eine Steigerung von perfekt. Wie wäre es stattdessen mit einer gehörigen Portion Wahr-Sinn und vor allem Selbst-Bewusstsein?

 

Wenn wir erkennen und er-leben dürfen, dass wir schon ziemlich perfekt sind, so wie wir sind, und dass unser Sein eine ganze Menge bedeutet, längst um das Bedeutende weiß und sehr viel "kann" (ganz mühelos übrigens, und zwar ohne Noten, Stempel und Zertifikate), und dass es vor allem danach drängt, in dieser Welt gelebt und zum Ausdruck gebracht zu werden...

 

(Ja, lass das ruhig einen Moment sacken... Aus dir muss nichts werden. Du BIST schon!) 

 

Und wenn wir dann noch darauf vertrauen lernen, dass unser Selbst in Resonanz mit allem ist, was ist - dann können wir empfangen. Das, was auf uns zukommt, und was uns so viel mehr entspricht, als so manches, wonach wir streben, wofür wir kämpfen, was wir so unbedingt wollen.

 

Wenn wir unser Selbst wahr-nehmen, unserem inneren Wissen folgen und als die leben, als die wir gedacht sind - dann ist unser Leben im Fluss und der Weg das Entscheidende. Der Weg, auf dem wir EINFACH SEIN können.